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Geschichte

Laudatio 50 Jahre Polizeigarde von Armin Poßner

zur Jubiläumsfeier am 13. Mai 2006

50 Jahre Polizeigarde im Duhlendorfer Karneval

Sie ist 50 Jahre alt. Sie ist reif und erfahren,
aber noch längst erwachsen und närrisch wie eh und je:
die Duhlendorfer Polizeigarde.

Vorbilder hat diese Garde nie gebraucht, sie hat sich immer aus eigenem Antrieb, aus sich selbst heraus entwickelt. Sie ist eine Garde der besonderen Art geworden – eine Garde, die von besonderen Persönlichkeiten geprägt wurde.
Eine Garde, die den Neustädter Karneval auf markante Weise prägte.

Lassen Sie mich in einer Laudatio – und eine Lobrede hat diese Garde wirklich verdient – heute im Besonderen an aktive Karnevalisten erinnern, die in diesen 50 Jahren entscheidend für den Fortbestand der Polizeigarde verantwortlich waren. Große Randfiguren und Besserwisser gab es auch in den 50 Jahren der Polizeigarde. Doch gerade deshalb möchte ich die Aufmerksamkeit auf die Mitstreiter der Karnevalspolizei lenken, die gestaltet und verändert haben.

So sorgten 1955 erstmals die "Neustädter Fußballer", unter Leitung von Hans Klinger, mit ihrer Cowboykleidung und Sheriffstern am Hut, für Ruhe und Ordnung rund um das karnevalistische Treiben.
Die " Schere" , auch so ist er vielen bekannt, war lange Jahre Torwart der 1. Mannschaft des Neustädter Fußballvereins.
Er, ein Urgestein - beliebt, freundlich, sachlich und ehrgeizig, war später vom 5.-9. Karneval Minister des 11er Rates.

Nach Hans Klinger wurde Gerhard Peters, auch unser Gerard genannt, Chef der Panterboys und übernahm mit den besten Voraussetzungen 1961 die Truppe.
Als französischer Fremdenlegionär kam er nach Neustadt und hatte natürlich eine exzellente Ausbildung und war zu Fragen der Sicherheit mit allen Wassern gewaschen.
Er war vom 13. bis 17. Karneval Minister des Elferrates und in Doppelfunktion Prinz des 17. Karneval.

1967 übergab Gerard seinen Posten an den neuen General der Panterboys, Willi Schwarz, der ebenfalls aus dem Fundus der Neustädter Fußballer kam.

Noch unter dem Einfluss von Gerard wurde die Garde mit neuen französischen Uniformen eingekleidet.

Nach einjähriger Regentschaft als General der Panterboys wurden Willi Schwarz und die Truppe der Panterboys aufgelöst.

Die Nachfolger waren Horst Roth mit seinen Gallingern.

Auf Vorschlag des 11-er Rates wurden zum 14. Karneval 1968 die Gruppe der Gallinger unter dem neuen Namen "Polizeigarde" in die Karnevalsgesellschaft aufgenommen.
Für weitere 10 Jahre führten sie dann erfolgreich und verantwortungsbewusst ihre Aufgaben.

Der Präsident der Polizeigarde, Horst Roth, war zum 7. Karneval Minister des 11er Rates, seit 1960 Chef der Gallinger und Mitgründer der Duhlendorfer Orgelpfeifen.

Horst Roth hatte bereits seit dem 2. Karneval eine Menge karnevalistische Erfahrung gesammelt. Sein Wissen um den Neustädter Karneval, sein redegewandtes Mundwerk und natürlich auch sein Dicknischel brachten eine stetig verbesserte Gestaltung der Veranstaltungen. Auch besonders in den schweren Zeiten, als der Duhlendorfer Karneval bei den örtlichen-, kreis- und bezirksverantwortlichen Organen ein rotes Tuch war, ließ er sich nicht unterkriegen und kämpfte so manche Schlacht erfolgreich zu Ende.
Ihm hat der Duhlendorfer Karneval viel zu verdanken!

Von 1961 an nahmen die Gallinger regelmäßig jedes Jahr an den Karnevalsumzügen teil und vom Jahr 1980 an, mit Unterstützung von vier Kegelfreunden, übernahmen sie auch noch die Aufgabe der Gesandten.
Ebenfalls waren sie viele Jahre Ausrichter der närrischen Badfestspiele und bis heute sorgen sie immer wieder am 11.11 um 17.11 Uhr für gutes Licht auf dem Marktplatz.

Für dieses Engagement, ihren Fleiß und die vielen Stunden Freizeit, die sie eingesetzt haben, verdienen sie unseren herzlichen Beifall!


Urkundlich bestätigt wurde 1979 die Übergabe der Amtsgeschäfte durch die Gallinger an die Pengmacher vollzogen.

Die Pengmacher mit dem Vorsitz von Präsident Klaus Schuknecht sorgten ab 1979 als einzige Garde für Ordnung und Sicherheit im Duhlendorfer Karneval. Doch dies war ihnen nicht genug, mit ihren vielen neuen Ideen bewegten sie immer wieder etwas Zusätzliches im Karneval.
Auch Klaus Schuknecht sorgte von Zeit zu Zeit bei den Ministern des Elferrates dafür, dass die Nerven blank lagen. Hatte er sein Vorhaben aber durchgesetzt, trat wieder Ruhe ein.

So wurde am 6. Februar 1978, am Rosenmontag, dass Tauziehen gewichtiger Leute ins Leben gerufen, welches am Anfang nicht auf dem Marktplatz, sondern auf den Lindenplatz stattfand.
Dieses Tauziehen ist der Hammer!
Ganze 25 Jahre lang haben sie so das närrische Publikum zu Hunderten am Rosenmontag in ihren Bann gezogen. Mit viel Spaß, Freude und Ausgelassenheit und den witzigen Worten unseres Udo Schedlinski war jedes Tauziehen ein Erlebnis.

Diese unerschöpfliche Mühe aller Pengmacher für 25 Jahre Tauziehen ist einen Riesenbeifall wert!

Sie waren überhaupt die einzige Gruppe, die es geschafft hat, ins damalige DDR-Fernsehen zu gelangen.
Mit ihrem Super Ski, dem längsten Ski der Welt, flimmerten sie in der damals beliebten Fernsehserie "Außenseiter-Spitzenreiter" über den Bildschirm.
Diesen originellen Einfall sollte erst einmal eine Gruppe nachmachen!

Vier Mitglieder der Pengmacher waren in der Redaktion der Duhlendorfer Karnevalszeitung tätig, Klaus Schuknecht war außerdem Prinz des 23. Karnevals.

In den Jahren von 1979 bis 1986 waren die Pengmacher amtierende Polizeigarde.
Und um mit ihren eigenen Worten zu sprechen: "Spaß gemacht hat es immer, die Polizeigewalt innerhalb der Stadtmauern zur Karnevalszeit auszuüben!"

Sehr misstrauisch beäugte der 11er Rat anfangs den Rand-Stadt-Verein, eine Gruppe Jugendlicher, die sich zusammen fand, um aktiv am Karneval teilzunehmen. Und dazu waren sie als Verein zu DDR-Zeiten auch noch als "illegale Vereinigung" eingestuft worden. Heinz Hempel und der damalige Präsident Frank Nolting wurden jeweils mit einer Ordnungsstrafe von 20.- Mark belegt. Also war Handlungsbedarf beim 11er Rat angesagt – und so wurde die Gruppe kurzerhand in den Kulturbund der DDR aufgenommen.

Beim Aufnahmegespräch in die Karnevalsgesellschaft übersetzte ein damaliger Elferratsminister, der dem RSV nichts Gutes abgewinnen konnte, die Abkürzung RSV kurzerhand mit Raufen, Saufen, Vö....

Die Jungs konnten sicher alles davon und wie man bald wusste, noch viel mehr.

Von 1987 bis zum Jahr 2004 hatten die RSV-Mitglieder die Oberhand zum Schutz des närrischen Treibens.

Frank Nolting war bis 1997 Chef des RSV und Präsident der Polizeigarde, außerdem langjähriger Büttenredner und Mitglied des Vorbereitungskomitees des 40., 45. und 50. Duhlendorfer Karnevals.

Wolfgang Manusch übernahm als langjähriger Vize ab 1997 das Zepter des Präsidenten der Polizeigarde.

Und wie gesagt: die Herren von der Polizeigarde können immer mehr, als man vielleicht vermutet: Längst sind sie mit ihren herrlichen Lifeauftritten von der Bühne des Duhlendorfer Karnevals nicht mehr wegzudenken. Ihr bisher größter Erfolg ist die Duhlendorfer-Polizeigarden-Synchronhaarwäsche (DPGSHW).

Welche Idee wird wohl als nächstes das närrische Volk von Duhlendorf begeistern?
Wir wissen es nicht, aber wir setzen große Hoffnung in unsere jüngste amtierende Polizeigarde mit ihrem Präsident Markus Geiling.
Bei allem, was sie tun, wünsche ich Ihnen viel Glück und gutes Gelingen!

Der Duhlendorfer Karneval ist ein wichtiger Teil im kulturellen Geschehen unserer Stadt und darüber hinaus für die ganze Region.
Den Polizeigarden der vergangenen Jahre gebührt ein herzlicher Dank für Ihr Engagement und den Ideenreichtum.
Und natürlich wünschen wir uns alle 50 weitere Jahre Polizeigarde in unserem Karneval!

dreifach Duhlendorf – Krah!!